2005 entstand zunächst die Idee, die allgemein psychiatrische Station
16/3 des Otto Wagner Spitals auf der Baumgartner Höhe im 14. Wiener Bezirk für Patienten und
Mitarbeiter mit Bildern, Objekten und Skulpturen
umzugestalten. Der im Jahr 2002 nach der Generalsanierung neu übernommene
Pavillon 16 zeichnet sich,
was die Innenarchitektur betrifft, durch eine klare Linienführung aus. Hinter
der einhundert Jahre alten ursprünglichen Jugendstilfassade des Gebäudes war
ein modernes, funktionales Krankenhaus entstanden. Die vorgefundenen
reichhaltigen Möglichkeiten einer künstlerischen Gestaltung waren die erste
Motivation, das Projekt in Angriff zu nehmen.
Von
Anbeginn war klar, dass angesichts des einzigartigen Ensembles in welches das
Haus eingebettet ist, ein verhältnismäßig hoher Anspruch an die Ausgestaltung
zu legen ist.
Der
erste Ansprechpartner den wir kontaktierten, war das Kulturamt der Stadt Wien,
das entsprechende Depots betreibt, aus denen wir hofften, Kunstwerke entlehnen
zu dürfen. Es war allerdings nicht möglich, für den Patientenbereich Material
zur Verfügung zu stellen. Genau das aber, nämlich die Patienten direkt mit
Kunst zu konfrontieren, war und ist das Ziel der OTTO WAGNER GALERIE.
Der
nächste Schritt bestand darin, österreichische Kunstschaffende persönlich zu
kontaktieren, um sie für die Sache zu gewinnen. Das Echo war überwältigend
umfangreich und so positiv, dass bald klar wurde: Die Idee „Kunst in die
Psychiatrie“ kann weit mehr bewegen, als im ersten Ansatz vorstellbar gewesen
war.
Rasch
konkretisierte sich ein ehrgeiziges Konzept: Eine Galerie mit musealem Charakter
sollte entstehen, die eine würdige Repräsentantin weiter Bereiche österreichischer
Gegenwartskunst ist.
Als
Rechtsträger für das Vorhaben wurde ein Verein gegründet, der den Namen
„OTTO WAGNER GALERIE“ trägt. Das Ziel dieses privaten gemeinnützigen
Vereins ist allgemein die Förderung von künstlerischen Aktivitäten in der
Psychiatrie. Im Besonderen widmet er sich der Errichtung und der Verwaltung der
Galerie. Er schließt mit den Künstlern Verträge,
welche die Art und Weise der Verwendung der Kunstwerke genau regeln. Sofern es
sich nicht um Leihgaben handelt, ist der Verein auch Besitzer der Werke.
Nicht
unerwähnt darf bleiben, dass die Leitung des Hauses in den unterschiedlichen
Managementebenen dem Projekt überaus wohlwollend gegenüber steht und es großzügig
unterstützt.
Anders
als beispielsweise in der international bekannten Künstlerkolonie des
Krankenhauses Gugging, sind die auf unseren Stationen in Behandlung stehenden
Patienten aus ihrer besonderen Situation heraus nur recht eingeschränkt in der
Lage, selbst künstlerisch produktiv tätig zu werden. Aus diesem Grund wird in
der OTTO WAGNER GALERIE die Kunst zu den Patienten gebracht.
Intensive
Kontakte zur österreichischen Kunstszene ergaben sich in weiterer Folge zwangsläufig.
Zahlreiche Vernissagen und Ateliers wurden und werden besucht. Sehr viele
Künstler kommen selbst ins Krankenhaus, um sich ein Bild von den Gegebenheiten
und den Räumlichkeiten machen zu können.
Auf
einer ganzen Reihe von Stationen im Krankenhaus, in der Patientenanwaltschaft
und in der Verwaltungsdirektion gibt es nun eine Hängung der Werke, die von den
Patienten hervorragend angenommen wird, die für Diskussionsstoff sorgt, die
niemanden kalt lässt.
Darüber
hinaus wurde eine Reihe von Vernissagen
durchgeführt.
Der
gegenwärtige Stand der Dinge:
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Die Kontakte zur österreichischen Kunstszene werden weiter ausgebaut und
intensiviert.
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Im November 2007 wurde die Sammlung mit einer großen Gesamtschau der eingelieferten Werke erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Wobei diese
Schau eine Art Quersumme des bis dahin Erreichten darstellte. Die
Sammlungstätigkeit selbst geht seither unvermindert weiter.
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Die Kunstwerke finden auf ausgewählten Stationen und in verschiedenen
Räumlichkeiten des Otto Wagner Spitals ihren Platz. Sie sind dort für jedermann,
vor allem für Patienten und Mitarbeiter, ständig zugänglich, während der Besuchszeiten auch für die
interessierte Öffentlichkeit.